Grundausbildung: Anhalten – Heute schon gebremst ? 😄

9 Jan

Muss man sich wirklich mit so einfachen Dingen, wie dem Anhalten beschäftigen. Die meisten Pferde können doch irgendwie angehalten werden.

Das ist richtig !

Möchte man sich aber später mal mit der Freiarbeit beschäftigen, ist es schon wichtig, wie das Pferd „Anhalten“ lernt. Welche Hilfe installiere ich, um sie später so stark zu verfeinern, das sie auch ohne Strick funktioniert, das Pferd muss mich ja intuitiv verstehen können. Das klappt nur, wenn ich die Dinge immer gleich mache. Egal ob mich ein Zügel, ein Kappzaum, ein Seil oder eben auch gar nichts mit dem Pferd verbindet.

Welche Hilfen bei einem übermütigen und etwas grobmotorischem Jungpferd Sinn machen und wie man sie möglicherweise verfeinern kann. 😀

Trainingsidee zum Anhalten:

Stimmsignal:

(und) hooo

und ich unterscheide zwischen anhalten und stehenblieben „Steh“ wenn ich möchte das mein Pferd irgendwo parkt. 🙂

  • ich übe mit Halfter und einem normalen Strick und habe eine Gerte dabei. Ich gehe auf Kopfhöhe neben dem Pferd her. Eine seitliche Begrenzung (Reitplatzband / Hecke etc.) ist sehr hilfreich damit das Pferd lernt gerade anzuhalten und sich nicht seitlich wegzudrehen.
  • Ich bereite gerade bei jungen Pferden das Anhalten immer mit einem  „UND“ vor. Dies wirkt, wie eine halbe Parade und gibt dem Pferd den Hinweis: Aufgepasst jetzt kommt was !!! dann drehe ich mit einem „Hooo“ vor das Pferd.
    (ist der Vierbeiner sehr unkonzentriert und abgelenkt, kann man vorher auch mal mit dem Strick ein wenig „klingeln“, damit die Aufmerksamkeit wieder da ist).
    Sollte das edle Ross anhalten, lobe ich begeistert: Wie schön –  das wir beide dieselbe Idee hatten 🙂
  • Wenn dies gut klappt und das Pferd aufmerksam ist, bremse ich das Pferd nicht mehr mit meinem ganzen Körper aus sondern halte nur noch eine Gerte vor seine Nase. Gerade am Anfang macht es Sinn, diese zu bewegen, weil sie sonst leicht vom Pferd übersehen wird.  (Hier macht der Einsatz von Gerten in Signalfarben mal wirklich Sinn 🙂
  • So baue ich mein Hilfensortiment immer weiter ab, bis hinterher nur noch ein vorschieben der äußeren Schulter übrig bleibt.
  • Gleichzeitig baue ich noch mehr Körpersprache auf, denn ich will ja nicht nur das mein Pferd stehenbleibt sondern ich möchte ja auch das es auf eine bestimmte Art und Weise anhält. Dazu atme ich deutlich aus (ohne meine Körperspannung zu verlieren und gehe leicht in die Knie). Das  soll das Pferd animieren ebenfalls eine gewisse Spannung aufrecht zu erhalten und möglichst auch die Hanken zu beugen.
  • Nun bringe ich ein wenig Abwechslung ins Spiel und halte mal auf dem zweiten Hufschlag, dem Zirkel oder gar in der Volte an.
  • Und dann kann man ja auch mal Tempo aufnehmen. Wenn das Anhalten aus dem Galopp nur auf das Drehen der Schultern funktioniert, dann ist das doch ein Tag zum Feiern. 🙂

 

Aber haben Sie  Geduld: Steigern Sie den Schwierigkeitsgrad nur langsam und behalten Sie auch immer die Tagesform Ihres Pferdes im Auge!

 

Links:

Viele weitere Anregungen zum Thema Grunderziehung findet Ihr auf meiner Bodenarbeit -Seite

Hier gibt es noch einen ganz wunderbaren Artikel von Karoline Kardel zum Thema Bodenarbeit und Führen

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