Koordinationsübungen:

31 Jan

Wie kommst Du denn auf das schmale Brett ?

Viele Pferde haben Koordinations- und Balanceprobleme. Es gab schon immer Pferde, bei denen man den Eindruck hatte, die Hinterbeine wissen nicht, was die Vorderbeine tun und umgekehrt. Früher hoffte man inständig, das sich das Körpergefühl durch das Reiten verbessern würde. Bei einigen Pferden gelang dies – bei anderen nicht. Es ist sehr unangenehm ein solches Pferd zu reiten. Sie stolpern schon über die kleinsten Unebenheiten; bergabreiten ist Harakiri für Fortgeschrittene und an Cavaletti- oder Stangenarbeit ist gar nicht zu denken.

Aber auch für das Pferd selbst ist es sicher nicht schön, wenn schon die Schwelle zum Stall eine unangenehme Stolperfalle ist. Auch einige Dinge, die wir Menschen als Unart einordnen, können auf einen mangelhaften Gleichgewichtssinn zurückzuführen sein, z.B. wenn das Pferd ständig in seinen Menschen hineinläuft, sollte man sich darüber durchaus mal Gedanken machen. Hierzu solltet Ihr unbedingt den unten verlinkten Artikel von Karolina Kardel lesen.

Heute gibt es ja in der Bodenarbeit einige Möglichkeiten, das Körpergefühl zu verbessern. Mit Vinnie habe ich bei dem Sauwetter mal ein schmales Brett herausgekramt. Zuerst sollte der kleine Esel sich mit beiden Vorderbeinen daraufstellen. Sobald er die Idee verstanden hat, werde ich versuchen auch die Hinterbeine auf das Brett zu bugsieren.

Aber schon die Vorderhufe stellten ein Problem da. Zwar verstand er schnell, das die Hufe auf das Brett sollen, aber er fing wahlweise an zu scharren oder auf das Brett zu klopfen. Möglicherweise wollte er den Untergrund prüfen, vielleicht gefiel ihm das Geräusch – bei Vinnie weiß man nie so genau. 🙂

Fehler ausmerzen

Wie kann ich ihm also, diese für seine Gelenke nicht so tolle Idee, möglichst schnell wieder abgewöhnen.

Auf dem Platz mache ich dann immer eine Volte, um den Pferd zu verdeutlichen, dieses Verhalten ist gerade nicht gewünscht. Das ist in der Stallgasse aber eher schwierig, Also schicke ich ihn ein paar Schritte rückwärts, stoppe einen Moment (das Pony ist ein klein wenig übermotiviert 😀) und beginne dann einen neuen Anlauf.

Es dauert ein wenig, aber dann dämmerte dem Pony doch, dass sein „Klopfen“ nicht erwünscht war. Bei ersten Mal Fuss abstellen, ohne Ehrenrunde habe ich ihn gefeiert. Soviel Lobhudelei hat ihm dann doch sehr gut gefallen und danach schepperte es nur noch sehr selten.

Der nächste Lernschritt war: Die Hufe mittig auf dem Brett zu platzieren. Bei den ersten Versuchen landete sie immer nicht komplett auf dem Holz sondern kippten wahlweise nach vorne und nach hinten. Dafür wurde er nun nicht mehr belobt, sondern bekam einen Moment Zeit, diese doch sicher etwas unbequeme Stellung zu korrigieren. Kam er nicht von selbst auf diese Idee, schickte ich ihn einen Schritt rückwärts, um ihm einen zweiten Anlauf zu ermöglichen. Das Manövrieren, ein Schrittchen vorwärts, dann wieder ein klein wenig zurück und wieder vor – verbessert die Beweglichkeit, die geistige Flexibilität und auch die Kommunikation von Pferd /Mensch.

Er traf immer häufiger mit dem Huf das Brett mittig und wurde dafür sehr gelobt. Wenn er sofort getroffen habe, gab es einen Jackpot und auch für´s Runtersteigen gab es eine Belohnung.

Wenn er wüsste, das ich das auch noch mit den Hinterbeinen üben möchte. 🙂

Huf-Target

Damit der kleine Esel seine nächste Aufgabe besser versteht, übe ich mit ihm nun zu erst einmal das Anheben der Hinterbeine auf Gertensignal. Sollte dies zu ungenau für diese Übung sein, werde ich es wohl mit dem Huf-Target probieren. Noch hat Vinnie keine Erfahrung mit Körper-Targets. Dem Jungspund fehlte bisher die Geduld, sich in eine so schwierige Ausgabe reinzufuchsen.

All diese Übungen können das Pferd auch Grundsteine für die spätere Lektion Bergziege sein.

Alternativen:

Natürlich ist auch das altbewährte Cavaletti-Training oder auch Springgymnastik immer eine Überlegung wert, verbessert es doch auch Takt und Rückentätigkeit. Jedoch sind viele Pferde gar nicht in der Lage unfallfrei über Cavalettis zu traben. Auch meine Pferde sind nicht wirklich Fans von Cavaletti-Arbeit. Ljosfari schlägt sich nicht gerne die Beine an und die weichen Plastikstangen nimmt er nicht wirklich ernst.

Und Vinnie – Vinnie ist immer noch auf der Suche nach Trab – mal sehen ob das dieses Jahr etwas wird. Jetzt im Winter bei zugefrorenem Boden können wir dies ja nicht in Angriff nehmen. Aber auch sonst gibt es noch einige Möglichkeiten um die Koordination von Pferden verbessern:

  • Windbruch:
  • Balance Pads:
  • Körperbänder
  • Matten-Training
  • Wippen
  • Körper-Targets
  • Podest-Arbeit

Links:

Weitere Anregungen um das Körpergefühl Deines Pferdes zu verbessern, findest Du auch in meinem Artikel über die Podest-Arbeit :-)

Karolina Kardel hat Ihrem Blog einen wunderbaren Artikel über das Gleichgewichtssystem des Pferdes geschrieben

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