Grundausbildung: Vorhandwendung

24 Okt

Eine Vorhandwendung übt man eigentlich jeden Tag auf der Stallgasse. Wenn man von seinem angebundenen Pferd verlangt, es möge bitte sein Hinterteil in die eine oder andere Richtung schieben. 🙂

Wenn Ihr  ein feines, sensibles Reitpferd anstrebt, solltet Ihr das gute Ross nicht einfach zur Seite schubsen, sondern es dazu anleiten, sich via Fingerzeig dirigieren zu lassen. Das macht auch viel mehr Spass. 🙂

Grundausbildung: Vorhandwendung

Wenn mein Pferd also mit der Hinterhand ausweichen soll, weil ich z.B. die andere Seite putzen möchte, nehme ich mir ein paar Sekunden mehr Zeit. Ich zeige dem Pferd  Schritt für Schritt , wie es mit der Hinterhand weichen soll.  Dafür tippe ich es mit dem Finger die Pferdekruppe an. Die meisten Rösser sind dort sehr empfindlich und reagieren sofort. Sollte es einen Ausfallschritt machen, wird gejubelt und weiter geht‘s mit der alltäglichen Routine.

Wenn man die Vorhandwendung auch reiten möchte, macht es natürlich Sinn, diese erst einmal vom Boden aus zu üben. Wichtig zum Verständnis der Übung ist, das zwar die Hinterhand des Pferdes um die Vorhand herumtreten soll. Die  Vorderhufe sollen aber nicht in den Boden gerammt werden, sondern auf kleinem Raum mitgehen. Dies ist sehr wichtig,  damit das Pferd nicht  in den Gelenken dreht und sich so schadet.

Trainingsidee: Vorhandwendung 

Als Ausrüstung brauche ich nur ein Halfter mit einem nicht zu kurzen Strick, sowie eine Gerte. Bei manchen Pferden kann auch ein Kappzaum nützlich sein, weil man damit einfacher eine Biegung aufbauen kann.

  • Ich stelle mich an einer Bande auf und warte bis das Pferd ruhig und ausbalanciert auf allen vier Füßen steht.
  • Dann stelle ich mich zwischen Pferdeschulter und Bande auf. Noch soll das Pferd ruhig stehen 🙂 und abwarten 😀 (Dies ist manchmal der schwerste Teil 😀)
  • Nun berühre ich das Pferd an der Kruppe mit der Gerte. Tritt das Pferd mit der Hinterhand einen Schritt beiseite ist dies perfekt. Ich lege bei meinen Pferde, die Gerte relativ hoch an, weil ich später in den Seitengängen möchte, das sie auf mich zu treten, dazu muss ich den Schritt seitwärts auch von der anderen Seite auslösen können. 
  • Sollte das Pferd auf das Signal nicht reagieren, können Sie den Pferdekopf etwas zu sich hereinnehmen, so kommt etwas Biegung ins Pferd, die dann das Ross durch den gewünschten Schritt wieder auflösen kann.
  • Wenn das Pferd auch so nicht auf die richtige Idee kommt, können Sie zusätzlich noch einen Schritt auf die Hinterhand zu machen. Dies vermehrt noch die Halsbiegung und gibt dem Pferd noch stärker die Idee Ihnen ausweichen zu wollen.

    Vorhandwendung
    Grundausbildung:
    Vorhandwendung
  • Ist der erste Schritt gemacht und entsprechend belohnt, setzt die Gerte als Signal wieder ein. Meist sind die Schritte, wenn das Pferd im 90 Grad Winkel zur Bande steht am schwierigsten, weil es dann auch gerne mal die Vorhand verschiebt. Dies ignoriere ich einfach und bleibe bei meinem inneren Bild: Ein Gertensignal – ein Schritt.  Ich finde dieses extrem langsame Arbeiten sehr wichtig, weil das Pferd Bewegungen so am einfachsten bewusst erlernt und eben auch die Erfahrung macht, das Konzentration auf den Menschen sich lohnt.
  • Fordern Sie nicht zuviel. Macht das Pferd anfangs einen zu großen Schritt, kann es schnell das Gleichgewicht verlieren. Also immer schön Schritt für Schritt und das Loben nicht vergessen.
  • Die letzten Schritte zu Bande fallen den meisten Pferde wieder leichter. Manche Pferde möchten nun die Übung im Schnelldurchlauf hinter sich bringen. Dies ist aber nicht meine Idee. Deshalb ignoriere ich das und starte noch mal neu und lobe und belohne, wenn das Pferd hinhört und einzelne Schritte macht.
  • Wenn das Ross, die Vorhandwendung verinnerlicht hat, kann man mehr auf die gymnastischen Feinheiten achten. Das Pferd sollte nach innen gestellt sein und die Hinterbeine sollten leicht kreuzend unter den Schwerpunkt treten. 😀 Die Vorhandwendung sollte zwar langsam, aber flüssig ausgeführt  werden.

Die Vorhandwendung ist oftmals die erste Übung in der Bodenarbeit, bei der das Pferd im Genick nachgibt. So kommen Ihre Signale mit Halfter oder Kappzaum viel feiner an. Achten Sie darauf und passen Sie ihre Hilfengebung an. 

Links:

Schaut doch auch mal auf meine Seite Bodenarbeit

Lust auf mehr dann schaut doch mal Gymnastik – wie wäre es denn mit einer Hinterhandwendung :-)

 

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