Zungenclick – endlich mal die Hände frei haben.

24 Jun

Was ist der „Zungenclick“?

Das ist wirklich schwierig zu beschreiben und so habe ich mich auf der Suche nach einer entsprechenden Video-Anleitung und als ich schon fast aufgeben wollte, ist mir dieses Video in Finger geraten. Ich weiss nicht, wofür der Junge Mann den Zungenclick braucht, aber er macht es ziemlich perfekt vor. 🙂

Es ist also ein völlig anderes Geräusch, als ein Schnalzen. Man kann also immer noch schnalzen um einen Pferd zu sagen; es möge bitte etwas schneller laufen. Wie ihr selber hören könnt, ist das Geräusch ziemlich markant und dem Klicken eines Knackfrosches sehr ähnlich. Soweit so cool !!! Jetzt kommt der Nachteil. Ich habe beinahe ein Jahr gebraucht um ihn zu lernen. Es ist nämlich gar nicht so einfach und ich habe zwischendurch immer wieder gedacht: Das lernst du nie!

Zunge raus
Nein, der Zungenclick wird nicht mit der Ponyzunge erzeugt, aber Atli´s Zunge ist halt soviel schöner als meine! 🙂

Der Zungenclick hat also ziemlich viele Vorteile, man hat die Hände frei, man kann ihn nicht vergessen, auch beim Reiten zu Clickern fällt natürlich viel leichter. Auch das Geräusch scheint für die Tiere ziemlich eindeutig zu sein, während ich hier vor dem Rechner sitze und immer wieder probiere, welche Lautstärke in mit meinem Zungenclick hinbekomme. sitzt mein Aussie Dave neben mir und stubst mich an: Frei nach dem Motto – du hast geclickt – wo bleibt mein Leckerli.

In dem Buch von Alexandra Kurland gibt es 2 Seiten lange Anleitung, wie man den Zungenclick erzeugen kann. Das hat mich am Anfang ein wenig abgeschreckt, aber so nach und nach habe ich mich durchgebissen. 🙂

Nachteile des Zungenclicks

  • Anfangs vertut man sich schnell mal, wenn ein Click rauskommen soll, formt er Mund auf einmal ein Schnalzen und andersherum. Nach ca. einem Jahr Übungsphase  funktionieren die Automatismen aber ganz gut und es wird immer besser. 🙂
  • Das wohl größte Problem ist die Schnelligkeit; mit dem Clicker ist man einfach schneller, als mit Zungenclick oder Markerwort.
  • Ein weiteres Problem ist fehlende Timingkontrolle. Ähnlich, wie beim Markerwort spielt uns das eigener Gehirn beim Zungenclick ein perfektes Timing vor, auch wenn dies nicht der Fall ist, das ist bei im eigenen Körper produzierten Lauten leider so. Der Makel der fehlenden Timingkontrolle bleibt also. Aber wie oft versagt auch der Clicker, weil ich z.B. mit behandschuhten Händen nicht schnell genug drücken konnte, ich auf die falsche Seite gedrückt habe oder Leckerchenkrümel sich an der Metalllasche verklebt haben.

Mein Fazit:

Für mich überwiegen die Vorteile des Zungenclicks, gerade wenn ich anspruchsvolle Bodenarbeits-Lektionen mit dem Kappzaum erarbeiten möchte oder gar reiten möchte, brauche ich im allgemeinen meine beiden Hände. Der Fingerclicker ist zwar eine Möglichkeit, bisher habe ich aber noch kein Fabrikat gefunden, was mich wirklich überzeugt. Es soll ja in Amerika Clicker-Ringe geben, aber bisher habe ich die auf dem deutschen Markt noch nicht entdeckt, das wäre vielleicht noch mal eine Alternative.
Wenn Ihr eine Empfehlung für mich habt immer her damit 🙂 

Gerade beim Erlernen von neuen Lektionen oder wenn es auf besonders schnelle Reaktionen ankommt, wie z.B. beim Micro-Shaping, werde ich natürlich immer wieder auf den Clicker zurückgreifen, aber für mich ist der Zungenclick in der täglichen Arbeit durchaus eine Alternative.

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